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Eine kleine Delle an der Oberfläche kann schwere innere Schäden verbergen. Nach wiederholten Schlägen durch Wellen – wie lange kann ein marines Verbundlaminat weiterhin sicher funktionieren?
Verbundwerkstoffe spielen im modernen Schiffbau eine zunehmend wichtige Rolle. Von Hochgeschwindigkeitsbooten und Patrouillenfahrzeugen bis hin zu U-Boot-Rümpfen und sogar den Aufbauten großer Marineschiffe sind kohlenstofffaser- und glasfaserverstärkte Verbundwerkstoffe zur bevorzugten Wahl für leichte maritime Strukturen geworden.
Verbundwerkstoffe haben jedoch auch eine bekannte Schwäche: Sie sind besonders anfällig für Schäden durch Aufprall mit niedriger Geschwindigkeit.
Stellen Sie sich vor, ein Verbundstoff-Patrouillenboot stößt sanft gegen einen Kai. Äußerlich zeigt der Rumpf möglicherweise nichts weiter als eine kleine Delle – ein Phänomen, das als kaum sichtbare Aufprallschäden (BVID) bezeichnet wird.
Dennoch zeigt eine Ultraschall-C-Scan-Prüfung häufig schwere innere Schäden, die unter der Oberfläche verborgen sind.
Zahlreiche experimentelle Studien zeigen, dass die Druckfestigkeit nach einem Aufprall (CAI) von beschädigten Verbundlaminaten auf nur 40–60 % ihrer ursprünglichen Druckfestigkeit sinken kann.
Ein repräsentatives Experiment ergab, dass ein Laminat, das mit 28 J beaufschlagt wurde, unter einer Drucklast von 55,2 kN versagte. Anschließend wurden Ermüdungsprüfungen mit 65–80 % dieser Restlast durchgeführt.
Wenn Druckbelastungen angewendet werden, neigen delaminierte Bereiche dazu, sich lokal wie ein unter Druck stehendes Blatt Papier auszubeulen. Diese Instabilität fördert ein schnelles Wachstum der Delamination und schwächt die Struktur zunehmend, bis ein katastrophales Versagen auftritt.
Maritime Strukturen erfahren während ihrer gesamten Lebensdauer kontinuierliche zyklische Belastungen durch Wellen. Die verbleibende Ermüdungslebensdauer beschreibt, wie viele Belastungszyklen ein durch Aufprall beschädigtes Laminat noch aushalten kann, bevor es versagt.
Moderne Vorhersagemodelle können die verbleibende Ermüdungslebensdauer von durch Aufprall beschädigten Verbundlaminaten mit einem Fehler von weniger als 15% schätzen, wodurch sie für praktische technische Anwendungen ausreichend genau sind.